Auszeit Teil 2

Ein Tiroler Bach irgendwo in einem Wald an irgendeinem Ort, den ich nicht kenne. So viel zum Thema, dass ich hier geboren bin 😄

Wir schreiben den 22. Juli 2022. In genau 56 Tagen um diese Zeit werde ich schweißgebadet und zugedröhnt mit Beruhigungsmittel in meinem Kämmerchen, in dem ich mich fertig mache bzw. fertig gemacht werde (hoffentlich nur optisch) sitzen und zig Stoßgebete gen Himmel schicken, dass ich beim Einzug nicht übers Kleid stolpere oder vergesse, was ich beim Jawort sagen muss ☺️ 56 Tage vor dem großen Tag befindet sich meine Stimmung zwischen dezent panisch und voller Vorfreude. Es sind noch 10000 Dinge zu erledigen, und ich habe gecheckt, dass im September zu heiraten einen großen Haken hat: Zwei Monate vorher ist Urlaubszeit und keiner hat Lust zu arbeiten. Also nicht nur „keiner“, sondern auch ich. Die Motivation, mich hinzusetzen und an Sitzplänen zu tüfteln oder Gastgeschenke zu organisieren bzw. eine Mail ans Catering zu schreiben, ist genauso hoch wie der aktuelle Wähleranteil einer gewissen Partei. Ohne Namen zu nennen. Nur so viel: Ich maaaaaaaag nitta (etwas Tirolerisch muss sein).

Dazu kommt, dass H. und ich im Moment getrennt sind und ich ihn schrecklich vermisse. Die Stimmung ist also etwa auf selber Höhe wie die Motivation. Obwohl: Ich darf mich nicht beklagen. Schließlich sitze ich in genau diesem Moment an einem lauschigen Bach mitten im Wald und höre dem Plätschern zu, während mein Papa mit seinem Rätselheft und mein Sohnemann mit seinem Handy beschäftigt sind. Ein Sinnbild für den Unterschied zwischen den Generationen. Apropos Papa: Vor wenigen Tagen hab ich erfahren, dass er doch auch zur Hochzeit kommen kann. Eine Tatsache, die mich riesig freut. Zum Altar bringen wird mich trotzdem meine Mama. Wir haben heute schon beschlossen, das Ganze zu üben, nur um nicht schon den Anfang der Trauung zu versauen, indem wir beide über den Teppich (falls es einen geben wird) stolpern, oder wir vor lauter Tränen nur noch alles verschwommen sehen und uns verlaufen. Am Ende sag ich noch zum Falschen „Ja“ 😜

Kurz vor meiner Abreise haben H. und ich die längst fällige Inventur des Cateringangebots vorgenommen. Mit dem Ergebnis, dass wir entweder die Hälfte der Gäste wieder ausladen, oder unsere Kinder am Eingang zur Hochzeit mit einer Spendenbox platzieren werden. Den dementsprechenden Dackelblick haben sie auf jeden Fall drauf – das wissen H. und ich am besten 😉 Was sonst noch zu tun ist, fasse ich in einem anderen Beitrag zusammen. Sonst bringt auch der lauschigste Bach keine Beruhigung mehr. Nur ein kleiner Insider für meinen Schatz: In den Einladungen steht „Rückmeldung bitte bis spätestens 31. Juli“. Vielleicht sollten deine Gäste ja die Chance bekommen, die Deadline einhalten zu können 😏

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