Wer mich kennt weiß, dass ich, wenn es geht, am liebsten alles selber machen möchte. Es wird zwar manchmal nicht so schön, so genau oder so gut, dafür habe ich es gemacht. Außerdem habe ich oft die Erfahrung gemacht, – Vorsicht: Selbstlob – dass es Profis, die viel Geld bekommen, nicht viel besser machen, als ich.
Ein Nachteil bei der ganzen Sache (C und die Kinder wissen was ich meine) ist, dass vieles dafür bissi länger dauert. Unsere Terrasse ist noch immer nicht fertig betoniert und im Garten gibt es zwei große Randsteinhaufen, die darauf warten von mir verlegt zu werden – seit ca. sechs Monaten. Vorgestern habe ich unseren Badezimmerspiegel geliefert bekommen. Ich werde ihn natürlich selbst montieren – heuer sicher nicht mehr. Ich habe seit ca. 1 ½ Jahren eine Lampe fürs Wohnzimmer – originalverpackt, dh. noch nicht hängend. Vom Poolhaus, das ich natürlich selber bauen möchte, ganz zu schweigen.
Ich finde es nicht so schlimm, weil ich es ja irgendwann mache. Alle anderen leiden mehr oder weniger darunter. Das weiß ich.
Was das mit der Hochzeit zu tun hat?
Ich habe C vor einigen Tagen gesagt, dass ich die Eheringe, genauso wie den Verlobungsring, selber schmieden möchte.
Nachdem ich dank dieses Blogs gerade erfahren habe, dass wir bei unserer Hochzeit selber kochen müssen, weil sämtliche Cateringfirmen keine Zeit oder Lust haben, oder wir sie uns schlichtweg nicht leisten können, soll an dieser Stelle mal etwa Grundsätzliches zum Thema Hochzeitsplanung erwähnt werden: Während Frauen bereits ein Jahr vor dem Tag aller Tage die Panik kriegen, ob sich alles ausgeht, hat mein Zukünftiger vor wenigen Tagen so nebenbei erwähnt, dass er sich eine Woche vorher wegen eines Anzugs „umschauen“ wird. Vielleicht ist diese grundlegend unterschiedliche Herangehensweise ja der Grund für diverse Meinungsverschiedenheiten vor der Hochzeit. Nur so eine Vermutung einer Frau, die das ganze Spielchen schon einmal miterleben durfte.
Mein wundervoller, SELBSTGESCHMIEDETER Verlobungsring. Und nein, das ist kein Unendlich-Symbol, sondern ein Kreisverkehr, in den vier Einfahrten, die für unsere Kinder stehen, münden. So was kommt dabei raus, wenn man einen Mann heiratet, der beruflich Straßen plant 🙂
Am 25. Oktober erhielt ich den romantischsten Antrag aller Zeiten. Eineinhalb Monate später habe ich es geschafft, H. davon zu überzeugen, dass die Gäste eventuell gern ein paar Wochen vor der Hochzeit darüber informiert würden, ob sie überhaupt eingeladen sind. Wegen der zum Farbschema passenden Kleidung warats 😉 Apropos: Habt ihr schon mal vom Farbton „Mauve“ gehört? Ich nicht. Weshalb ich die Farbe, die zwar schön aussieht, aber für mich klingt wie eine exotische Raupenart, auch liebevoll „Moov“ ausspreche. Ob die Gäste etwas in „Moov“ finden werden, ist Gott sei Dank nicht mein Problem. Ich darf an dem Tag Weiß tragen, das kenn ich und kann ich aussprechen. Einer der Vorteile, wenn man die Braut ist.
Fix, fixer, am fixesten
Aber zurück zu den Vorbereitungen. Folgende Punkte sind fix oder so was in der Art:
Location (so gut wie fix)
Floristin (am fixesten bisher)
DJ (fast so fix wie die Floristin)
Band für die Trauung (fixer gehts nicht)
Fotografin (zumindest gedanklich fix)
Torte (fixer als vor einer Woche, aber noch weit weg von abgehakt)
Termin für die Anprobe des Brautkleids (dank vielbeschäftigter Begleiterinnen überhaupt nicht fix)
Hochzeitstermin (erst fix, wenn es an dem Tag nicht regnet)
Wenn alles gut geht und mein Auserwählter bis zur Hochzeit einen passenden Anzug findet, wird hier mit 100 Gästen oder mehr königlich gespeist und gefeiert.
Macht auch von außen etwas her: Unsere Location, ein echtes Schloss, auch wenn es auf der Homepage seltsamerweise Conference Center Laxenburg genannt wird.
Aufmerksame Leser des Blogs bemerken vielleicht, dass etwas sehr Wesentliches noch fehlt: die Gästeliste. Dazu sei Folgendes gesagt: Man glaubt gar nicht, wie viele Leute man kennt und sogar mag, bis man sie zu seiner Hochzeit einladen will. Aber weil der nette Mann, der uns die Location gezeigt hat, bereits durch die Blume gemeint hat, dass maximal zehn Personen an einem Tisch Platz haben, ohne übereinander sitzen zu müssen, werden wir uns etwas einschränken müssen … oder dürfen. Auslegungssache. Zwei Durchgänge in Sachen Gästeliste gab es bereits. Einer davon endete in einer schmollenden Braut und einem ratlosen Bräutigam. So was nennt man sanfte Einführung ins Eheleben. Vielleicht wirds ja doch die Hochzeit am Strand…
Sie hat schon alles erledigt. DJ, Blumenschmuck, Fotograf, Torte, Termin fürs Kleid anprobieren gibt es auch schon. Sie weiß auch schon, wie die Einladungen ausschauen – glaube ich. Ich habe auch den Verdacht, dass das Farbschema schon feststeht (was auch immer das ist – muss mal googeln).
Ich versuche gerade Angebote von diversen Caterern zu bekommen. Ist nicht so leicht. Die einen zeigen mir durch hartnäckiges Negieren, dass sie kein Interesse haben, die anderen durch die Bruttosumme des Angebotes. Habe die Kosten für das Essen etwas unterschätzt.
Muss C noch informieren, dass wir selbst kochen werden.
„Wir sollten das aufschreiben und andere an unseren Gesprächen und Diskussionen teilhaben lassen – lass uns einen Blog schreiben!!!“.
Vorlaut und unerschrocken, wie ich bin, willigte ich Cs Vorschlag sofort ein. Kann ja nicht so schwer sein.
C verdient ihr Geld mit dem Finden von Fehlern (Lektorin – nicht Lehrerin!!!! GsD 😊) und dem Schreiben von Büchern. Ich brauche für einen halbseitigen zusammenhängenden Text ca. 6 Stunden. Daran hätte ich denken sollen, das erschwert die Sache für mich etwas.
Einzige Bedingung meinerseits an C: meine Texte werden nicht überarbeitet oder korrigiert. Es werden also eine Menge Fehler dabei sein!
C hat bereits erwähnt, dass wir heiraten. Bis vor 2 Jahren konnte ich es mir überhaupt nicht vorstellen, jemanden zu heiraten. Bei C war es von Anfang an ganz anders. Ich hätte mir sogar noch ein Kind mit ihr vorstellen können.
Das mit dem gemeinsamen Kind haben wir bleiben lassen. Geheiratet wird nächsten September, nachdem ich C in Rom kurz nach unserem 2. Jahrestag einen perfekt vorbereiteten Antrag gemacht habe, der vollkommen in die Hose ging. Vielleicht werde ich ein anderes Mal näher darauf eingehen. Muss die Sache noch etwas verarbeiten.
An dieser Stelle nur ein paar Stichwörter als Gedächtnisstütze:
Stufen
Knieschmerzen
Kreislaufprobleme
Hunger
Schlechteste Pizza ever
Ein anderer macht 20 Sekunden zu früh einen Antrag vorm Brunnen
Clown
Tapete
Die Schachtel geht nicht auf
Ja, ein Clown spielt eine Rolle…
Seit Ende Oktober werde ich also aufgeklärt, wie man eine Hochzeit plant, dass das Brautkleid ein (!) Jahr braucht, dass es ein „Farbschema“ gibt – ja ein Farbschema!!!!! und dass die Gästeliste relativ wichtig ist.
Ich konnte bis jetzt mit dem Begriff Farbschema genauso wenig anfangen wie mit Brautzilla.
Der schönste Tag unseres Lebens soll es werden. Schmetterlinge im Bauch, Konfetti im Haar, gut gelaunte Gäste auf der Tanzfläche, ein abgegrastes Buffet, unzählige leere Gläser und – nicht zu vergessen – ein paar nette Kuverts, die dabei helfen, die entstandenen Kosten für die Wahnsinnsfeier ohne lebenslange Schulden abzudecken. Ach ja: Wir zwei sind auch noch dabei. Wir zwei, das sind in diesem Fall H. und C. Weil wir davon ausgehen, dass auch unsere Kinder das hier lesen, behalten wir uns das Recht vor, auf die Nennung der vollständigen Namen zu verzichten. Wir möchten ihnen schließlich die Peinlichkeit ersparen, von ihren Freunden auf unsere Geschichten angesprochen zu werden. Es reicht schon, wenn unsere Freunde wissen, wer wir sind.
Warum wir uns dazu entschlossen haben, diesen Blog zu führen? Wir möchten dokumentarisch festhalten, wie oft wir uns statistisch gesehen während der Hochzeitsplanung in die Haare geraten bzw. wer welche Entscheidung treffen darf/soll/muss. Immer vor dem Hintergrund, dass wir uns verdammt sehr lieben. Ja, das tun wir wirklich! Vor etwas über zwei Jahren hat es nach anfänglichen Startschwierigkeiten, die H. mit den Worten zusammenfasst „DU hast dich so lange geziert, ich wusste eh gleich, dass das was wird“, so richtig gefunkt und vor wenigen Wochen, an unserem zweiten Jahrestag, gipfelte eine Liebe, die in jeder Hinsicht weit weg von normal ist, in einem sehr speziellen Heiratsantrag in einer der romantischsten Städte der Welt: Rom! Details erspar ich den Lesern (und mir). Nur ein kleiner Tipp an alle, die dieses Wagnis noch vor sich haben: Verhindert auf alle Fälle, dass eure Zukünftige vorab etwas davon erfährt. Das kann dazu führen, dass der Mann statt vor dem Trevi Brunnen in einem mittelmäßigen Hotelzimmer Marke „der Stoff, aus dem Albträume sind“ auf beide(!) Knie fällt und die Frau sich nur denkt (und auch laut ausspricht): Echt jetzt?!
Hier hätte der Antrag stattfinden können. Hat er aber nicht 😉
Aber wie auch beim Marathon kommt es am Ende nur darauf an, dass man im Ziel landet, welches in unserem Fall lautet: Wir werden heiraten und damit die zweite Hälfte unseres Lebens (daher auch der originelle Titel des Blogs) zusammen als Mann und Frau verbringen. Obwohl… eigentlich sind wir das ja jetzt schon… aber auch das sind Details, über die andere philosophieren sollen.
Wir haben eine ganz andere Mission zu erfüllen: Wir möchten all jene, die das Abenteuer Hochzeitsplanung bereits hinter sich haben, mittendrin stecken oder in naher Zukunft angehen wollen, am Alltag teilhaben lassen, der sich in den kommenden Monaten rund um Stoffservietten, Gästelisten, Tischdeko, Farbschema, Buffet und Hochzeitstorte drehen wird.
Und weil wir Frauen oft zu hören bekommen, dass die Männer ja sooo gern an den Vorbereitungen teilhaben würden, es aber einfach nicht dürfen, wird mein lieber Schatz nicht nur fleißig mitplanen, sondern auch noch seine Eindrücke und Erfahrungen parallel zu meinen Ausführungen mit euch teilen. Ganz ohne Zensur der Frau, die ganz nebenbei auch noch mit Schreiben ihr Geld verdient. Nein! Er soll und darf sogar schreiben, wonach auch immer ihm der Sinn steht. In der Hoffnung, dass das am gegenseitigen Wunsch, uns das Jawort zu geben, nichts ändert.
Apropos Jawort: In etwas mehr als neun Monaten ist es so weit. Da steigt die große Fete, die eigentlich als ganz kleines Event geplant war. Nur H. und ich am Strand, weit weg von Hochzeitslisten, Blumenschmuck und Agape-Plänen. In unseren Vorstellungen säuselten wir uns bei Sonnenuntergang mit sanftem Wellenrauschen im Hintergrund das Jawort ins Ohr, um anschließend glückselig und barfuß unseren ersten Tanz als Mann und Frau (da war es schon wieder) im weißen Sand zu absolvieren.
Aber weil sich Pläne bekanntermaßen auch etwas ändern können, sind wir mittlerweile bei einer Hochzeitsfeier mit 120 Gästen in einem Schloss angelangt, bei der das einzig Barfüßige wohl mein sechs Monate alter Neffe sein wird. Als bekennende „Pläne ändern macht mir gar nichts, ich bin flexibel und brauch keine fixe Strategie“-Organisatorin (an dieser Stelle bin ich froh, dass ihr das Gesicht meines Zukünftigen nicht sehen könnt) sollte diese minimale Korrektur keine große Herausforderung darstellen. Also: Ran an die Gästeliste, ran an die Torte und ran an die Baldriantropfen. Brautzilla ist bereit!