Unter Strom

Hab ich schon mal erwähnt, dass ich bei der Zeitung, für die ich viele Jahre als Redakteurin gearbeitet habe, für meine spannenden und aussagekräftigen Titel berühmt war? Man merkt an der Überschrift dieses Artikels: Das ist schon ziemlich lange her 😉 Aber ich schiebe die Unkreativität auf die unerträgliche Hitze, die sich aktuell in der Dachgeschoßwohnung ausbreitet. „Dachgeschoßwohnung?“, fragst du dich? Ja, ich bin wieder zurück in meiner alten Wohnung. „Warum?“, fragst du dich weiter? Weil ich nach dem Besuch eines Rehs in unserem Garten beschlossen habe, dass mir feste vier Wände doch lieber sind als ein Wohnwagen, auf und um den herum sich allerlei Getier versammelt, um nächtens ausgelassene Partys zu feiern.

Nein, das ist ein Scherz. Also das mit der Wohnung. Ich bin nur kurz hier, weil heute die Stromüberprüfung ansteht, damit ich bald ausziehen kann. Wer jetzt allerdings glaubt, die Geschichte mit dem Reh sei lediglich die Folge von Schlafmangel kurz vor der Hochzeit, hier eine diesbezügliche Aussage meines Liebsten vor wenigen Tagen: „Ich weiß jetzt, was meine Aufgabe im Leben ist: Ich werde eine Arche bauen“. Nachdem uns bereits Mäuse, Katzen, Hunde und nun auch Rehe regelmäßig besuchen (ich bin sicher, dass ich vor zwei Tagen einen Waschbären gesehen habe), keine schlechte Idee. Mir wäre nur ganz recht, wenn er damit bis nach der Hochzeit wartet. Außer, wir heiraten auf dem Ungetüm, dann wäre die Sache mit dem Regen auch kein Thema mehr.

Beweisbild, dass wir im Urlaub waren. Viel zu kurz, aber schön.

Aber ich schweife ab. Warum ich – ich betone ICH – schon wieder einen Blogartikel schreibe, ist vielmehr der Tatsache geschuldet, dass heute einer der wichtigsten Termine in der ganzen Hochzeitsplanung ansteht: Wir haben am Nachmittag das Gespräch mit der besten Traurednerin von allen! Und ich bin ziemlich nervös. Nicht, weil Linda so streng wirkt, sondern weil ich keinen Plan habe, welche Fragen sie uns stellt. Allein jene nach unserem ersten Kuss könnte für Erstaunen oder dezentes Kopfschütteln sorgen. Falls ich es bis dato noch nicht erwähnt habe: Ich habe nach unserem ersten Kuss geweint. Wobei: Das wäre fast untertrieben. Eigentlich habe ich geschluchzt, gerotzt und mich verzweifelt geschüttelt, während neben mir ein H. mit tausend Fragezeichen im Kopf gesessen ist.

Im Nachhinein hat er mir gestanden, dass er einen kurzen Augenblick geglaubt hat, der Kuss hätte mich so umgehauen, dass ich vor Ekstase geweint habe (aus Liebe zu ihm enthalte ich mich hiermit eines Kommentars :-P). Der eigentliche Grund war jedoch die totale Überforderung mit der Situation. Die normale Reaktion eines Mannes wäre vermutlich gewesen, die Autotür (wir hatten unsere ersten zwei Dates im Auto mitten in der Nacht) aufzureißen und mich hochkant rauszuschmeißen, bevor er mit Vollgas abdüst und mich noch während des Fahrens bei WhatsApp blockiert. Hs Reaktion? Er hat mich mitfühlend angesehen, sich zu mir gebeugt und gemeint: „Wenn du meine Schulter zum Anlehnen willst. Hier hast du sie. Ich bin da, solange du mich brauchst“.

Noch Fragen, warum ich es nicht erwarten kann, seine Frau zu werden? ❤

Auch Berlin war vor uns nicht sicher. Der ernste Gesichtsausdruck von H. hat nichts mit mir zu tun. Behaupte ich jetzt einfach mal.

Captain, wir haben ein Problem

Wir schreiben den 16. August 2022. In einer weit entfernten Galaxie namens Laxenburg findet genau heute in einem Monat eine Hochzeit statt, die die Welt noch nicht gesehen hat. Und bei unserem Tempo vielleicht nie sehen wird 😉

Falls dich, werter Leser und werte Leserin, diese Zeilen an Raumschiff Enterprise erinnern, kann ich nur sagen: Bingo! Mit jedem Tag, den unsere Hochzeit näher rückt, fühle ich mich nicht nur immer mehr wie Captain Kirk, was das Baucheinziehen betrifft, sondern wünsche mir auch dringlichst Uhura her, die noch irgendeinen Plan hat, wohin die Reise geht. Ich, vulgo wir, haben den Kurs nämlich de facto verloren. Und das obwohl mein Schatz beruflich Straßen plant. Schafft nicht jeder…

Der Grund für meinen etwas defätistischen Blick auf den vermeintlich schönsten Tag im Leben ist eine von mir verfasste To-do-Liste, die 4 Wochen vor der Hochzeit in etwa so lang ist wie mein 12 Euro Schleier von Amazon, den meine Stylistin mit einem angeekelten Blick und den Worten „Den trägst du aber sicher nicht“ bedacht hat.

Ich bin zu alt, um mich noch genau erinnern zu können, aber ich glaube, bei meiner ersten Hochzeit war ich 4 Monate vorher schon mit allem fertig. Die traurige Wahrheit diesmal lautet: Ich hab noch immer kein Kleid! Also prinzipiell schon. So in etwa. Zumindest dann, wenn der Brautladen es nicht schon weiter verkauft hat, weil sie nicht mehr damit rechnen, dass ich es jemals abhole. In diesem Fall will ich meinen Schleier zurück. Der ist so lang, dass ich mich drin einwickeln kann. Und er ist durchsichtig. Bevor du, lieber Schatz, jetzt die Augen aufreißt und weiß Gott was für Bilder im Kopf hast: Das war ein Scherz! Ich hol das Kleid schon noch. Am 15. September siehts terminlich gut aus.

Aber um unseren Bildungs Auftrag mit diesem Blog doch noch gerecht zu werden, hier ein ernster Blick auf die Checkliste:

Kleidung für Brautpaar und Kinder: check

Schuhe für eines der Kinder PLUS Braut: check

Location: check und angezahlt

Catering, Deko, Musik, Fotografin, Traurednerinnen und Videograf: check

Probestyling: check

Proberinge: check

Ich erahne eure skeptischen Blicke und kann mir vorstellen, was ihr jetzt denkt: und was, bitte, fehlt dann noch?

Bitteschön!

Schuhe plus Accessoires für fast die gesamte Belegschaft

Tischkarten

Menükarten

Gastgeschenke

Termin mit Fotografin

Unterlagen fürs Standesamt

Termin für die Torte….

Um es abzukürzen: Beam me up, Scotty! 😜

Mit Messer, Gabel und Schuhlöffel

151.200. Das ist die Zahl der Stunde. Dabei handelt es sich nicht nur um die verbleibenden Sekunden bis zur Hochzeit (so in etwa zumindest, bevor irgendein Klugscheißer nachrechnet ;-)), sondern auch um die Anzahl der Kalorien, die wir in den vergangenen Tagen zu uns genommen bzw. inhaliert haben. Wenige Wochen vor der Hochzeit haben wir uns nämlich eine kleine Auszeit gegönnt und in einem 4-Stern-Hotel eingecheckt. All inclusive inclusive. Das bedeutet im Klartext, dass wir aus dem Mampfen nicht mehr rausgekommen sind, selbst wenn wir das gewollt hätten. Es schien, als würde uns das Essen verfolgen und das Buffet förmlich schreien: „Iss mich! Das Brautkleid kannst du doch auch problemlos weitermachen lassen!“

Kurz nach unserer Ankunft in Wagrain erkundeten wir den Ort noch ohne Probleme per pedes. Wenig später kugelten wir aufgrund der zahlreichen kulinarischen Versuchungen nur noch durch die Gegend.

Ich schwöre: Ich habe versucht, den verlockenden Rufen von Pizza, Pasta, Schnitzel, gegrilltem Lachs, Frühlingsrollen und Kuchen in rauen Mengen zu widerstehen, aber nach vier Tagen Schlemmerei steht eines fest: In das Kleid komm ich nur noch mit dem Schuhlöffel rein – bzw. raus. An unserem zweiten Abend war ich so weit, dass ich Namen für unser ungeborenes Kind ausgesucht habe. Bei meinem Anblick hätte man wetten können, dass ich in spätestens vier Monaten wieder Mama werde. Am nächsten Tag war von Erdmute zum Glück nichts mehr zu sehen (ja, sie würde Erdmute heißen. Ein Grund mehr, warum ich besser kein Kind mehr bekomme). Obwohl… nichts wäre gelogen. Ein klein wenig Erdmute ist nach wie vor vorhanden – was mich wiederum zum Thema Brautkleid bringt.

Körperfotos von uns gibts bis auf Weiteres keine mehr. Dafür verwöhnen wir euch mit Aufnahmen der schönen Gegend rund um Wagrain.

Der beste Brautladen von allen – True Society (etwas Werbung muss sein) – hat mich in den vergangenen Tagen gleich auf mehreren Kanälen dezent daran erinnert, dass da noch was in ihrem Geschäft hängt, das ich eventuell vielleicht unter Umständen brauchen könnte. Zumindest dann, wenn H. nicht noch kurzfristig den Wunsch äußert, nackt heiraten zu wollen. Aus Angst, dass mich meine grandiose Beraterin vom Kleidkauf vor sechs(!) Monaten beim Wiedersehen fragt, ob ich tatsächlich schwanger bin, schiebe ich den Abholtermin inklusive Anprobe noch ein paar Tage raus. Meine dezente Hoffnung ist nämlich, dass mich H. in den kommenden Tagen, die wir in Berlin verbringen, dermaßen zu sämtlichen Sehenswürdigkeiten und durch Museen hetzt, dass auch der letzte Rest Erdmute verschwindet. Bis dahin trag ich einfach mal den Schleier und die Brautschuhe ein. Die sollten hoffentlich auch mit Bäuchlein passen.

P.S. Damit nicht nur ich mich hier als Vielfraß oute: Hs Waage hat nach unserer Heimkehr drei Kilo mehr angezeigt. Da wird sein gelbes Glitzersakko mit Pailletten wohl ziemlich spannen 😛

Nein, das hier ist nicht Wagrain. Das ist das Meer im wunderschönen Italien. Während H. und ich mit den Folgen von All inclusive kämpfen, genießt die beste Trauzeugin von allen samt reizender Gattin einen Urlaub im schönsten Land der Welt. Ob ich neidisch bin? Nein, kein bisschen! Ob sie das spüren werden? Ich sag nur: POLTERABEND!!!!! 😀

Meine „Auszeit“

C hat die letzte Woche mit ihrem Sohn im heiligen Land verbracht. Ich wollte zumindest am Wochenende nachkommen. Das noch nicht fertige Poolhaus, der noch nicht eingepflanzte Baum und ein paar Projekte, die fertig werden sollten (statt jetzt gerade eine Ausschreibung fertig zu machen und abzuliefern schreibe ich das hier – das nenne ich Prioritäten setzten mein Schatz!!!!!), haben mich davon abgehalten. Bis auf den Baum ist leider nichts ganz erledigt.

So viel ich weiß hat C in den letzten Tagen wieder eine Liste gemacht, was für den 16ten noch fehlt. Bin schon gespannt. Ich brauche noch ein Hemd und Schuhe, mein Sohn einen Anzug und irgendwas war noch…   stimmt: die Ringe!!! Ich muss mal C fragen, ob sie wissen will, wie sie aussehen werden…

Waidmannsheil an meinen Freund G – habe gerade mit ihm telefoniert – er liest hier fleißig mit und freut sich über jeden Beitrag – bitteschön…   übrigens: du bist der nächste  😊

Ihr seid verrückt, wenn ihr heiratet!

Der Blick auf unser „Schloss“ alias Conference Center Laxenburg. In entgegengesetzter Richtung findet in wenigen Wochen die Hochzeit des Jahres statt. So H. will 😉

Auch wenn man es vielleicht vermuten könnte: Der Ausspruch stammt nicht von einem unserer Familienmitglieder oder Freunde, sondern aus einem „Sex and the city“ Film. Wer ihn nicht kennt: Unbedingt anschauen! Ja, das gilt auch für Männer! Vor allem für die! Ich will nicht spoilern, nur so viel: Im Film passiert etwas, vor dem ich mich in etwas abgeschwächter Form seit vielen Monaten fürchte. Anders gesagt: Wenn ein Hochzeitsfreak einen Hochzeitsmuffel heiratet, kann es schon passieren, dass Ersterer bzw. Erstere davon träumt, am Altar stehengelassen zu werden.

Aber ich bin jetzt einfach mal optimistisch und deute den Anzugkauf von H. als gutes Zeichen, dass ich am 16. September um ca. 14.45 Uhr nicht mehr Frau S. sondern Frau S. sein werde.

In 54 Tagen wissen wir mehr 😉

Auszeit Teil 2

Ein Tiroler Bach irgendwo in einem Wald an irgendeinem Ort, den ich nicht kenne. So viel zum Thema, dass ich hier geboren bin 😄

Wir schreiben den 22. Juli 2022. In genau 56 Tagen um diese Zeit werde ich schweißgebadet und zugedröhnt mit Beruhigungsmittel in meinem Kämmerchen, in dem ich mich fertig mache bzw. fertig gemacht werde (hoffentlich nur optisch) sitzen und zig Stoßgebete gen Himmel schicken, dass ich beim Einzug nicht übers Kleid stolpere oder vergesse, was ich beim Jawort sagen muss ☺️ 56 Tage vor dem großen Tag befindet sich meine Stimmung zwischen dezent panisch und voller Vorfreude. Es sind noch 10000 Dinge zu erledigen, und ich habe gecheckt, dass im September zu heiraten einen großen Haken hat: Zwei Monate vorher ist Urlaubszeit und keiner hat Lust zu arbeiten. Also nicht nur „keiner“, sondern auch ich. Die Motivation, mich hinzusetzen und an Sitzplänen zu tüfteln oder Gastgeschenke zu organisieren bzw. eine Mail ans Catering zu schreiben, ist genauso hoch wie der aktuelle Wähleranteil einer gewissen Partei. Ohne Namen zu nennen. Nur so viel: Ich maaaaaaaag nitta (etwas Tirolerisch muss sein).

Dazu kommt, dass H. und ich im Moment getrennt sind und ich ihn schrecklich vermisse. Die Stimmung ist also etwa auf selber Höhe wie die Motivation. Obwohl: Ich darf mich nicht beklagen. Schließlich sitze ich in genau diesem Moment an einem lauschigen Bach mitten im Wald und höre dem Plätschern zu, während mein Papa mit seinem Rätselheft und mein Sohnemann mit seinem Handy beschäftigt sind. Ein Sinnbild für den Unterschied zwischen den Generationen. Apropos Papa: Vor wenigen Tagen hab ich erfahren, dass er doch auch zur Hochzeit kommen kann. Eine Tatsache, die mich riesig freut. Zum Altar bringen wird mich trotzdem meine Mama. Wir haben heute schon beschlossen, das Ganze zu üben, nur um nicht schon den Anfang der Trauung zu versauen, indem wir beide über den Teppich (falls es einen geben wird) stolpern, oder wir vor lauter Tränen nur noch alles verschwommen sehen und uns verlaufen. Am Ende sag ich noch zum Falschen „Ja“ 😜

Kurz vor meiner Abreise haben H. und ich die längst fällige Inventur des Cateringangebots vorgenommen. Mit dem Ergebnis, dass wir entweder die Hälfte der Gäste wieder ausladen, oder unsere Kinder am Eingang zur Hochzeit mit einer Spendenbox platzieren werden. Den dementsprechenden Dackelblick haben sie auf jeden Fall drauf – das wissen H. und ich am besten 😉 Was sonst noch zu tun ist, fasse ich in einem anderen Beitrag zusammen. Sonst bringt auch der lauschigste Bach keine Beruhigung mehr. Nur ein kleiner Insider für meinen Schatz: In den Einladungen steht „Rückmeldung bitte bis spätestens 31. Juli“. Vielleicht sollten deine Gäste ja die Chance bekommen, die Deadline einhalten zu können 😏

Chillige Ringe

Nicht nur an den Kindern sieht man, wie die Zeit vergeht – sondern auch am Hochzeitstermin, der auf einen zurast. Es sind keine Monate mehr, sondern nur noch Wochen. Von mir wird keiner etwas anderes hören als: geht sich schon aus.

Wenn es „nur“ die Hochzeit wäre, wäre es sogar sehr entspannt („chillig“ würde mein Sohn sagen). Ist es aber nicht.

Cs Wohnung gehört ausgeräumt, das Poolhaus (ich beginne damit heute) muss fertig werden bevor die Temperaturen nachts auf +15°C absinken und C im Wohnwagen schwere Erfrierungszustände bekommt (zur Erinnerung: sie ist in Tirol aufgewachsen – vor dem Klimawandel!!), die Bewässerung des Gartens will fertig werden und arbeiten müssen C und ich auch noch ein bissi.

Was ich aber nicht mehr aufschieben kann, sind die Ringe – eine Idee, wie sie aussehen werden, habe ich schon.

Die Goldschmiedin, die mir dabei hilft die Ringe zu schmieden, ist trotz des erforderlichen Fertigstellungstermines noch sehr gechillt – also bin ich es auch

Tatütata

Der Titel ist diesmal meiner aktuellen Situation geschuldet. Ich sitze in der U1-Station Alte Donau und warte, bis die Ubahn ihren Betrieb wieder aufnimmt. Grund: ein Polizeieinsatz auf der Reichsbrücke. Jeder, der sich in Wien auskennt, könnte jetzt fragen, warum bei einem Einsatz AUF der Brücke die Ubahn gesperrt ist, aber ich habe mich der Lebensart des Volkes an der Donau in den vergangenen 20 Jahren so weit angepasst, dass ich mich nicht mehr frage, sondern nur noch wundere.

Wenigstens habe ich so endlich etwas Zeit, um die vergangenen Wochen in Sachen Hochzeit und dem restlichen Chaos schriftlich Revue passieren zu lassen. Schließlich haben wir seit ein paar Tagen wieder ein paar Leser mehr auf unserem Blog. Und schuld daran ist ein Ereignis, das so unwahrscheinlich ist wie klimatisierte Ubahnen im Sommer: Unsere Einladungen wurden verschickt! Alle! Na ja, fast alle. Also die meisten. Okay… ein paar. Wobei meinerseits nur noch ganz wenige fehlen – und das auch nur, weil ich welche doppelt verschickt und dafür andere vergessen habe. Spätestens jetzt weiß ich, warum manche Brautpaare zig tausend Euro für einen Weddingplaner ausgeben…

Die gute Nachricht: Die Post hat einen großartigen Job gemacht, und es gibt bereits die ersten Rückmeldungen. Allesamt Zusagen!!! Ich wette, die wollen nur live erleben, ob H. ein gelbes Glitzersakko anhat und ich schreiend davonlaufe 😉 Aber auch das soll mir recht sein. Hauptsache, wir wissen dann wirklich bald, wie viele Gäste mit uns Schloss Laxenburg zum Beben bringen werden. Und ein Erdbeben wird es spätestens dann geben, wenn Hs Throne vom Transporter geladen werden. Ja, er hat es tatsächlich getan und die zwei Mordstrümmer bestellt. Falls uns also jemand bei der Hochzeit sucht: Wir sind die, die von zwei riesigen Stühlen verschluckt werden 😜

Aber auch damit kann ich leben. Hauptsache, die Hochzeit geht wie geplant über die Bühne, die Regierung beschließt erst ab 17.9. Maskenpflicht im Inneren und mein Kleid passt trotz der vielen Grillereien noch halbwegs. Alles andere ist Nebensache – bis auf…. nein, damit fange ich gar nicht erst an, weil ich sonst schon jetzt meinen Vorrat an Notfalltropfen aufbrauche. Und die werd ich noch dringend benötigen. Vor allem, nachdem mein Zukünftiger gestern in familiärer Runde meinte, er würde sich gern von einem Helikopter zur Trauung abseilen. Also falls am 16. September irgendjemand in seinem Garten einen Pavillon oder Stühle mit Blumenschmuck findet, die dorthin geweht wurden: Bitte zurückbringen – die gehören uns 🤦🏻‍♀️

Und plötzlich ist alles anders

Bitte entschuldigt, dass ich mich erst jetzt wieder melde. Aber die vergangenen Tage ist so viel passiert, dass ich es vorher nicht geschafft habe, was zu tippen, das auch nur halbwegs Sinn ergibt. Aber alles der Reihe nach …

Die Resonanz auf meinen letzten Beitrag, der – zugegeben – nicht gerade vor Euphorie und Begeisterung gesprüht hat, war enorm. Nicht nur, dass einige nachgefragt haben, ob bei uns eh alles okay ist, und ob sie sich eh noch weiter auf die Hochzeit freuen dürfen (ja, dürfen sie), viele haben mich mit ihren eigenen Erfahrungen auch beruhigt, indem sie meinten, die Zeit vor der Hochzeit war auch bei ihnen stressig, mühsam und alles andere als entspannt. Von Vorfreude ganz zu schweigen. Auch wenn ich es mir für die Betreffenden anders gewünscht hätte, hat mir das Feedback sehr geholfen. Getreu dem allseits bekannten Hochzeitsmotto: Geteiltes Leid ist halbes Leid 😉

Und während ich mich so mitten in meiner hartnäckigen „Ich will mich endlich auf all das freuen können und nicht ständig grübeln“-Phase befand, passierte das schier Unglaubliche: H. hat nicht nur einen, sondern gleich zwei Beiträge für den Blog innerhalb weniger Tage geschrieben!!! So viel dazu, dass man Männer immer erst zu ihrem Glück zwingen muss (sonst würde es mit Sicherheit gar keine Hochzeiten mehr geben ;-)). Der erste Beitrag spiegelt das wider, was auch mich beschäftigt hat bzw. immer noch beschäftigt. So viele Sachen, um die wir uns kümmern müssen, so viel Arbeit rundherum, so viele Sorgen, die sich immer mal wieder einschleichen und viel zu wenig Zeit und auch Gelegenheiten, um sich auf unseren ganz besonderen Tag zu freuen. Beim Satz, dass er sich auf unsere Hochzeit freut, hat mein Herzerl allerdings einen ganz großen Sprung gemacht.

Und mit genau diesem Spirit, dass wir uns ab sofort wieder viel mehr über uns und alles, was uns betrifft, freuen wollen, haben wir auch vergangenes Wochenende verbracht. Nein, nicht zu zweit und nein, nicht so, wie ihr jetzt vielleicht denkt … wir haben uns vielmehr tatkräftige Unterstützung von zwei wahren Hochzeitsprofis geholt, ohne die niemand vor den Altar treten sollte: Meine grandiose Trauzeugin L. und ihre geschätzte Gattin (sorry, das musste sein :-P) M., ihres Zeichens die beste Trauzeugin-Assistentin von allen. Und so begab es sich, dass wir von Freitag bis Sonntag stundenlang ohne Pause und ohne Zeit für Essen und Trinken (vom Klogehen und Schlafen ganz zu schweigen) an Timetables, Gastgeschenken, Dekorationsideen, Spielen und was sonst noch alles dazugehört (oder auch nicht) getüftelt haben. Und obwohl L. versucht hat, mit einem fingierten Bienenangriff dem ganzen Wahnsinn entfliehen zu können, war ich gnadenlos. Da half es auch nichts, dass M. mir ihren angeschwollenen Finger unter die Nase gehalten und mich mit Dackelblick angeschaut hat. Sie mussten beinhart bis Sonntag bleiben! Es hat schließlich niemand behauptet, dass Trauzeugin-Sein Spaß macht!

So sieht man aus, wenn man zwei Tage mit mir in Sachen Hochzeitsplanung verbringt. Bilder von H. zeig ich deshalb vorsichtshalber schon gar nicht mehr her *lol*

Und auch wenn mich die beiden ob dieses traumatischen Erlebnisses vermutlich noch lange verfluchen werden, bin ich an dieser Stelle mal ganz egoistisch, wenn ich schreibe: Ich freu mich das erste Mal seit ganz langer Zeit auf die Hochzeit! So richtig mit Bauchkribbeln und einem Grinsen auf dem Gesicht, wenn ich dran denke. Und auch wenn mein Zukünftiger in seinem gestrigen Beitrag meinte, wir Frauen drehen dezent durch bis zur Hochzeit, kann ich ihn beruhigen: Das wird auch danach so bleiben 😀 In diesem Sinn muss ich jetzt leider aufhören und H. zeigen, wie er auf den Hochzeitsfotos dreinschauen soll 😉

Was ist los mit euch Frauen?

So eine Hochzeitsvorbereitung ist echt wesensverändernd. C wollte gerade den Hochzeitskuss mit mir üben. ÜBEN!!!!! Wir machen seit fast 3 Jahren nichts anderes. Wieso soll ich das üben? Können wir uns nicht einfach küssen, wie immer? Sie wollte mir ernsthaft erklären, wo meine Hände hingehören und das Beste: ganz ernst und mit belehrender Stimme klärt sie mich auf, dass der Hochzeitskuss jedenfalls OHNE Zunge stattfinden wird…
Was wir noch alles bei der Hochzeit laut C nicht machen werden, erzähle ich später… ich verhandle noch…