Neun Monate bis zum Jawort

Der schönste Tag unseres Lebens soll es werden. Schmetterlinge im Bauch, Konfetti im Haar, gut gelaunte Gäste auf der Tanzfläche, ein abgegrastes Buffet, unzählige leere Gläser und – nicht zu vergessen – ein paar nette Kuverts, die dabei helfen, die entstandenen Kosten für die Wahnsinnsfeier ohne lebenslange Schulden abzudecken. Ach ja: Wir zwei sind auch noch dabei. Wir zwei, das sind in diesem Fall H. und C. Weil wir davon ausgehen, dass auch unsere Kinder das hier lesen, behalten wir uns das Recht vor, auf die Nennung der vollständigen Namen zu verzichten. Wir möchten ihnen schließlich die Peinlichkeit ersparen, von ihren Freunden auf unsere Geschichten angesprochen zu werden.  Es reicht schon, wenn unsere Freunde wissen, wer wir sind.

Warum wir uns dazu entschlossen haben, diesen Blog zu führen? Wir möchten dokumentarisch festhalten, wie oft wir uns statistisch gesehen während der Hochzeitsplanung in die Haare geraten bzw. wer welche Entscheidung treffen darf/soll/muss. Immer vor dem Hintergrund, dass wir uns verdammt sehr lieben. Ja, das tun wir wirklich! Vor etwas über zwei Jahren hat es nach anfänglichen Startschwierigkeiten, die H. mit den Worten zusammenfasst „DU hast dich so lange geziert, ich wusste eh gleich, dass das was wird“, so richtig gefunkt und vor wenigen Wochen, an unserem zweiten Jahrestag, gipfelte eine Liebe, die in jeder Hinsicht weit weg von normal ist, in einem sehr speziellen Heiratsantrag in einer der romantischsten Städte der Welt: Rom! Details erspar ich den Lesern (und mir). Nur ein kleiner Tipp an alle, die dieses Wagnis noch vor sich haben: Verhindert auf alle Fälle, dass eure Zukünftige vorab etwas davon erfährt. Das kann dazu führen, dass der Mann statt vor dem Trevi Brunnen in einem mittelmäßigen Hotelzimmer Marke „der Stoff, aus dem Albträume sind“ auf beide(!) Knie fällt und die Frau sich nur denkt (und auch laut ausspricht): Echt jetzt?!

Hier hätte der Antrag stattfinden können. Hat er aber nicht 😉

Aber wie auch beim Marathon kommt es am Ende nur darauf an, dass man im Ziel landet, welches in unserem Fall lautet: Wir werden heiraten und damit die zweite Hälfte unseres Lebens (daher auch der originelle Titel des Blogs) zusammen als Mann und Frau verbringen. Obwohl… eigentlich sind wir das ja jetzt schon… aber auch das sind Details, über die andere philosophieren sollen.

Wir haben eine ganz andere Mission zu erfüllen: Wir möchten all jene, die das Abenteuer Hochzeitsplanung bereits hinter sich haben, mittendrin stecken oder in naher Zukunft angehen wollen, am Alltag teilhaben lassen, der sich in den kommenden Monaten rund um Stoffservietten, Gästelisten, Tischdeko, Farbschema, Buffet und Hochzeitstorte drehen wird.

Und weil wir Frauen oft zu hören bekommen, dass die Männer ja sooo gern an den Vorbereitungen teilhaben würden, es aber einfach nicht dürfen, wird mein lieber Schatz nicht nur fleißig mitplanen, sondern auch noch seine Eindrücke und Erfahrungen parallel zu meinen Ausführungen mit euch teilen. Ganz ohne Zensur der Frau, die ganz nebenbei auch noch mit Schreiben ihr Geld verdient. Nein! Er soll und darf sogar schreiben, wonach auch immer ihm der Sinn steht. In der Hoffnung, dass das am gegenseitigen Wunsch, uns das Jawort zu geben, nichts ändert.

Apropos Jawort: In etwas mehr als neun Monaten ist es so weit. Da steigt die große Fete, die eigentlich als ganz kleines Event geplant war. Nur H. und ich am Strand, weit weg von Hochzeitslisten, Blumenschmuck und Agape-Plänen. In unseren Vorstellungen säuselten wir uns bei Sonnenuntergang mit sanftem Wellenrauschen im Hintergrund das Jawort ins Ohr, um anschließend glückselig und barfuß unseren ersten Tanz als Mann und Frau (da war es schon wieder) im weißen Sand zu absolvieren.

Aber weil sich Pläne bekanntermaßen auch etwas ändern können, sind wir mittlerweile bei einer Hochzeitsfeier mit 120 Gästen in einem Schloss angelangt, bei der das einzig Barfüßige wohl mein sechs Monate alter Neffe sein wird. Als bekennende „Pläne ändern macht mir gar nichts, ich bin flexibel und brauch keine fixe Strategie“-Organisatorin (an dieser Stelle bin ich froh, dass ihr das Gesicht meines Zukünftigen nicht sehen könnt) sollte diese minimale Korrektur keine große Herausforderung darstellen. Also: Ran an die Gästeliste, ran an die Torte und ran an die Baldriantropfen. Brautzilla ist bereit!