80 Tage

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben soll, aber als wir den Blog gestartet haben, wollten wir ehrlich über alles berichten, was bei der Planung einer Hochzeit so passieren oder wie es uns dabei gehen kann, also wird es diesmal einen etwas ernsteren Einblick in das Ganze geben. In der Hoffnung, dass ihr uns dennoch oder gerade deshalb als Leser die Treue haltet. Ich würde mich jedenfalls freuen.

Wenn man sich dafür entscheidet, „Ja“ zu einem Menschen zu sagen und diese Zeremonie mit Familie und Freunden ganz groß feiern will, hat man unweigerlich eine Vorstellung davon, wie alles werden soll. Und in meinem Fall kann man es nicht erwarten, jedes noch so kleine Detail zu planen und den Tag damit nicht nur für uns unvergesslich zu machen. Ich habe mich unglaublich auf die Vorbereitung gefreut. Aufs Pläne schmieden, Ideen austauschen, Überraschungen aushecken und vor allem auf das Tage zählen, bis ich H. endlich gegenüberstehen darf. Mein letzter Gedanke vor dem Schlafengehen war seit der Fixierung des Hochzeitstermins jener, wie ich im Brautkleid auf H. zuschreite und ihm bei meinem Anblick die Luft wegbleibt. Ich habe jeden Tag das Lied, zu dem ich auf ihn zugehen möchte, angehört – und jedes Mal hatte ich schon bei den ersten Tönen Tränen in den Augen. Ich habe H. vor 32 Monaten zu lieben begonnen und wollte diese Liebe in einem Fest gipfeln lassen, das unserer Liebe würdig ist.

Doch in den vergangenen Wochen hat mich die Realität eingeholt und in die große Vorfreude hat sich zusehends etwas Ernüchterung eingeschlichen. Die erste Hiobsbotschaft war jene, dass wichtige Menschen bei der Hochzeit nicht dabei sein werden. Einer davon ist mein Papa. Was das für mich bedeutet, können wahrscheinlich nur Bräute wirklich nachvollziehen. Dazu kommt, dass ich immer mehr das Gefühl hatte, ich sei die Einzige, die sich für all das wirklich von ganzem Herzen begeistern würde und den großen Tag nicht erwarten könnte. Anfangs habe ich noch versucht, andere mit meiner Euphorie anzustecken, doch meine Euphorie für all das teilen vermutlich nur ganz wenige Menschen. Heute, genau 80 Tage vor unserer Hochzeit, sitze ich hier an meinem Laptop, schaue nebenher eine meiner Hochzeitssendungen und werde beim glücklichen Anblick der Brautpaare sentimental. So viel Mühe, die sie in die Planung investiert haben, so viele persönliche Details, die ihren besonderen Tag unvergessen machen und so viel Liebe, die zwei Menschen verbindet, wenn sie „Ja“ zueinander sagen … mich durchströmt bei diesem Anblick nach wie vor ein Glücksgefühl, das sich nur schwer mit Worten beschreiben lässt.

80 Tage vor unserem Jawort haben wir noch keine Einladungen verschickt. Von einem Zeitplan wage ich schon gar nicht mehr zu reden. 80 Tage vor unserem Jawort fehlen noch viele Details, die unsere Hochzeit besonders machen sollen. 80 Tage vor unserem Jawort ist leider vieles nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Nur eines wird sich nie ändern: Es gibt nur einen Menschen auf der Welt, zu dem ich von Herzen „Ja“ sagen möchte…

2 Kommentare zu „80 Tage

  1. Und das, liebe Conny, ist das Wichtigste, alles andere ist bedeutungslos! Meine Liebe und Beziehung zu Werner ist noch immer tief und innig und wenn wir zwischendurch einige Tage getrennt sind, ist das Wiedersehen wunderschön!
    Wie heißt es so treffend: Für die Welt bist du irgendjemand, doch für irgendjemand bist du die Welt. Ich drück dich!

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    1. Es freut mich, dass es euch nach wie vor gutgeht. Möge es so bleiben! Und ja, die Liebe zwischen Harald und mir ist ungebrochen, also werden wir auch den Rest schaffen 🙂

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