Mit dem Tutu am Pissoir

„Bride to be“ … In 3 Tagen bin ich nur noch die „Bride“ 😉

Wir schreiben den 13. September 2022. Vor einem Jahr um diese Zeit war ich noch nicht einmal verlobt. In etwas mehr als 75 Stunden bin ich bereits verheiratet. Noch dazu mit dem tollsten Mann der Welt. Um den unvergleichlichen Wolfgang Ambros zu zitieren: „Zwickts mi, i man, i tram“. Ein Zitat, das auf vieles zutrifft, was in den vergangenen Monaten passiert ist. Doch bevor ich am Freitag bei Regen und zitternd vor Kälte (dazu später mehr) auf H. zuschreite und hoffe, dass meine Mama mich gut festhält, damit es mich nicht hinhaut, wurde vergangenen Samstag erst einmal gepoltert. Mein erster Polterabend überhaupt – trotz bereits vorhandener Heiratsurkunde (bitte um etwas Mitleid :-)). Und WAS für ein genialer Polterer das war! Entgegen meiner Ankündigung, dass ich beim Poltern keinem anderen Mann auf den A*** starren wollte, habe ich sogar auf einen solchen gegriffen. Und das in einem Tutu am Pissoir. Aber auch dazu später mehr 😉

Die Voraussetzungen für einen ausgelassenen Nachmittag waren eigentlich denkbar schlecht. Ich schlafe seit einer Woche nur noch drei Stunden pro Nacht und könnte an jedem erdenklichen Platz zu jeder erdenklichen Zeit sofort wegpennen. „Also hoffentlich nichts mit viel Gehen oder so“, dachte ich hoffnungsvoll, als ich mich zusammen mit meiner Tochter auf den Weg zum Treffpunkt machte, wo mich die weltbeste Trauzeugin samt großartiger Trauzeugin-Assistentin in Empfang nahm. Und weil mich die beiden in- und auswendig kennen und wissen, wie sportlich ich bin, hatten sie genau das Passende geplant: Eine Schnitzeljagd quer durch Wien! 😀 Ausgerüstet mit einem rosa Armband, das mich offiziell als „Braut“ markierte, ging es los. Ich war zwar leicht irritiert, weil bis auf die drei sonst niemand da war, aber am Samstagnachmittag hatten wahrscheinlich schon alle was vor. Dann eben zu viert. Falsch gedacht!

Ein Buch voller cooler Aufgaben und netter Worte. Danke an M. und L. für die unglaubliche Mühe, die ihr da reingesteckt habt. Ihr seid einfach unglaublich ❤ Übrigens: Mein nächster Blog trägt genau diesen Titel 😉

Gerade als ich losstarten wollte, hörte ich hinter mir plötzlich vertraute Stimmen: Meine Tante und mein Onkel aus St. Valentin! Sie hatten im Blog vom Treffpunkt für den Polterabend gelesen und wollten mich überraschen. Fast noch mehr als von ihrem Besuch war ich jedoch von der Tatsache überrascht, dass tatsächlich jemand unseren Blog liest ;-). Meine Tante zeigte sich etwas irritiert darüber, dass ich so „normal“ aussah. Auf die Antwort auf ihre Frage „Wo ist das Tutu?“ gehe ich ebenfalls später noch genauer ein… Weil ich leider noch ein paar Dinge zu erledigen habe, bis ich endlich bei Regen und Schnee vor den Altar trete (merkt man eventuell, dass ich ein kleines Wettertrauma habe?), muss ich die Erzählung über den großartigen Poltertag leider etwas abkürzen. Ich hoffe, M. und L. verzeihen mir. Aber auch in der Kurzfassung kommt hoffentlich raus, wie genial ich den Tag gefunden habe ❤

Geleitet wurde ich bei meiner Schnitzeljagd von einem eigens kreierten Buch mit HANDGESCHRIEBENEN Fragen. Liebevoll und bis ins kleinste Detail geplant – so kenne und liebe ich L. und M. Nachdem ich mit Müh und Not jede Station gefunden hatte (mein Orientierungssinn ist legendär), wir dabei eine Demo von dezent verpeilten Mitmenschen kreuzten und ich immer mehr polterwütige Teilnehmerinnen einsammeln durfte, führte uns die vorletzte Station der Schnitzeljad zum 3D-Museum. Was man dort macht? Man setzt sich auf Einhörner, wird von Dinosauriern verfolgt, ertrinkt im Pool, bekommt einen Stromschlag oder flüchtet vor einem Krokodil. In meinem Fall in standesgemäßer Kleidung – womit wir auch schon beim angekündigten Tutu angelangt wären. An dieser Stelle lass ich ein Foto für sich sprechen. Wenn mein Brautkleid nicht passt, habe ich hiermit eine Alternative.

Keine Ahnung, warum ich mir bei der Suche nach dem Brautkleid so einen Stress gemacht habe. Das Outfit aus der Wühlkiste im 3D-Museum lässt garantiert jedes Männerherz höher schlagen :-).

Mein Highlight bei der Jagd nach dem perfekten Motiv war die Begegnung mit bereits erwähntem A*** am Pissoir. Dieser gehörte einem Muskelprotz, der auf meine Annäherungsversuche sehr distanziert reagierte und mich keines Blickes würdigte. Trotz rosa Tutus! Ihr glaubt mir nicht? Bitteschön:

Mein letzter Versuch, einem anderen Mann näherzukommen, endete mit einem Korb 😛

Nach dieser Abfuhr wollte ich nur noch eines: Mampfen! Im legendären Einstein, wo ich vor 20 Jahren schon nach der Uni „gechillt“ habe, wurde der Poltertag gebührend bei einem Wiener Schnitzel und viel Lachen abgerundet. Mit einem Erste Hilfe Koffer für die Ehe und der Gewissheit, dass ich die besten Freunde der Welt habe, gings ab nach Hause, wo ich in einen komatösen Schlaf fiel. Kein Alkohol macht verdammt müde 😉

P.S.: Ich schulde euch noch die Sache mit dem Wettertrauma. Auch hier lasse ich ein Foto für sich sprechen. Mitleid ist an dieser Stelle – in welcher Form auch immer – herzlich willkommen …

Ein Kommentar zu „Mit dem Tutu am Pissoir

  1. Sehr cooler Polterer – war ja nicht anders zu erwarten! 😁
    Wegen des Wetters: das gibt die besten Fotos, wenn der Himmel ein bissi dramatisch aussieht! Habt ihr einen coolen Regenschirm?

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